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ReformationsJubiläum 2017.
Das Christusfest.
 
Oh, oh, was lese ich da!. Es wird Geld in die Hand genommen. An Orten, wo Luther gelebt und
gewirkt hat, er und seine Mitreformer, werden Gebäude renoviert und ihr Umfeld. So sollen
Touristen auf Wallfahrt gehen. Events werden angeboten, meetings von Politikern und Herren der
Kirchen aus alles Welt. Vorträge und Schriften setzen sich mit Dr. Martinus Luther auseinander.
Man sieht ihn kontrovers, kritisch und nicht mehr als Heiligen. Das ist mal etwas anderes. Ja sogar
die Bibel wurde renoviert. Die Lutherische aber auch die Katholische. Die Bibel sollte mal vom
Volk gelesen werden können, dass sich jeder vom wahren Glauben ein Bild machen konnte. Das
war der Anfang, sich von der Autorität der Kirche und von den Herrschern dieser Welt zu
distanzieren. Auf Religionskriege folgten auf manch einem Erdteil Religionsfreiheit und
Demokratie.
Das Evangelium war die Antwort auf die Probleme und Fragen des gemeinen Mannes.
Und heute? Der Reformationstag, der 31. Oktober 2017 soll bundesweit ein Feiertag sein Abseits
vom globalen politischen Chaos. Wer aber holt den modernen Menschen ein, der sich in den
Konsum und und die alles beherrschende Medienwelt flüchtet? Eine Menschheit die vielfach zwar
noch vom Paradies träumt, ansonsten aber mehr am Fernseher sitzt, ansonsten mit hunderten
Freundinnen und Freunden per Mobilfunk im Verbindung ist.
Der Nachbar ist ihm fern. Sich selbst in der Wirklichkeit zu erfahren, dafür hat der moderne
Mensch keine Zeit. Das aber war es, was Jesus antrieb, seine Familie zu verlassen. Das Leben in der
Mitmenschlichkeit zu suchen. Was „Christum treibet“ war auch der Maßstab, an dem Luther die
Vielzahl der Stimmen in der Bibel differenzierte.
Als Luther die Heilige Schrift übersetzte, entging es ihm nicht, dass die Schreiber der Bibel ein
vielstimmiger Chor war, der Jesus zu einem Heiligen mit vielen Gesichtern machte. Jesus aber
wollte nur Mensch unter Menschen sein. Lebenshilfe war sein Gottesdienst.
Für diesen Gottesdienst nahm Jesus sogar den Tod am Kreuz in Kauf. Wer verweist heute auf
diesem Jesus?
Das sollte auch heute die Feiern zur Reformation bestimmen.
(H-E.S. 3.10.2016)
Gemeindeleben,