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In der „WELT“ erschien am 30.04.2013 der Artikel „Das Rätsel Gott“. Es waren kritische  Gedanken zum
Beginn des Kirchentages  in Hamburg. Die möchte ich ergänzen:
Ist der Hamburger Kirchentag nicht die Wiedergeburt des Rattenfängers von Hameln?
Was ist das für ein Gott, der sein Volk mit dem Gebot „sammelt täglich was es für den Tag braucht !
Der Hamburger Kirchentag scheint ein Event des Themas Gerechtigkeit zu sein. Auf hohem Niveau sollen die
unterschiedlichsten Aspekte der Gerechtigkeit diskutiert werden.  Vordergründig geht es aber um den
„Mammon“. Im übertragenen Sinn ist  ganz allgemein der Gebrauch der Schöpfung gemeint: Ressourcen,
Rohstoffe, Umwelt, Genpflanzen, Tierschutz.
Für uns also ein Aufruf zu einer bescheidenen und nachhaltigen Lebensführung.
Im Grunde kein Forum für den Wahlkampf der Parteien, die Mindestlöhne fordern und Wachstum versprechen.  Im Angesicht Gottes,
wie wir Deutsche im Europa beneidet  werden um unseren Wohlstand, unsere Soziale Sicherheit bei modernster medizinischer
Versorgung, in einer funktionierenden demokratischen Ordnung und in persönlicher Freiheit, bestehen wir die Prüfung nicht! - Und
schon gar nicht, wenn wir als Christen um die Nöte wissen, die die Menschen in Bangladesch, Georgien und Co plagen.
Denn:
Wenn einer von uns stirbt, ob „reich“ oder als „Harz-IV-Bezieher“, - wir „geben nicht den Löffel ab“, sondern es wird nach einer
möglichst günstigen Firma für „Hausratsauflösung“ gesucht. – Es geht um die Entrümpelung von  Plünnen, Möbeln, Büchern,
Kochtöpfen, Briefmarken und goldenen Uhren, die man täglich aufziehen müsste.
 Nur ein Randthema des Kirchentages ist die „Spiritualität“,  der zeitweise Symbiose von Mensch und Gott, Gott und
Mensch. Sie könnte unsere Medienknechtschaft aufdecken, die an die Stelle der Knechtschaft Israels in Ägypten
getreten ist.
Denn:
Leben WIR noch selbst?  Fußball spielen andere, wir fiebern am TV mit. Politik machen andere. Das wird in den
Medien kommentiert, - wir ereifern uns darüber in Kleinkreisen. Krieg spielen wir mit dem Joystick.
Familienkonflikte verfolgen wir in Fernsehserien. Sex erleben wir in Pornos statt in der Partnerschaft.
Eine Flut von Apps wollen auf unser Handy geladen werden, das schon bald unseren Haustürschlüssel ersetzt.  Sind
wir auf dem Gott gefälligen Weg oder Willkommen in der schönen neuen – virtuellen - Welt?
(H-E.S. 03.05.2013)