Rathauserweiterung.
Auf der Sitzung des Hauptausschusses  am 2. Mai 2011 hat der Gemeindevertreter eine Anfrage  Jens Claus
nach einem Raumbedarfsplan und den Einzelkosten des Bauvorhabens gefragt. Bei einem Projekt, das je nach
Ausführung  von 2,2 bis 3,8 Millionen €  kosten soll, wird auch manch ein Bürger vor den bevorstehenden
Wahlen an näheren Auskünften interessiert sein.  Ehe ich meine Fragen stellen, möchte ich noch zwei Vor
Bemerkungen machen.
16.06.2011.
1. Rathäuser sind der Stolz vieler Städte und besonders in den Hansestädten Norddeutschlands eine
touristische Attraktion. Denn gerade die Hansestädte standen im Wettstreit unter einander. Handwerker,
Kaufleute und Ratsherren finanzierten einmal diese Pracht, um ihren geschäftlichen Erfolg, ihren Reichtum
und ihr handwerkliches Können  zu präsentieren.
2. Das Stockelsdorfer Rathaus wurde zeitgemäß 1912 als  kommunales  Verwaltungsgebäude errichtet. Da  seit
damals besonders durch den Zuzüge der Flüchtlinge und durch die attraktive Nähe zu Lübeck die
Einwohnerzahl gewaltig gestiegen war,  musste das Rathaus 1979/80 erweitert werden. Das war eine
Investition von über 3 Millionen DM.
Laut LN vom 10.3.1997 sollte die damalige Raumnot mit einer Investition von 1,8,5 Mil. DM behoben
werden.
Grunderwerb
   35.000 DM
Planung und Erstaufwendung
   50.000
Baukosten 1979
 900.000
Nachtragshaushalt
 265.000
Restbetrag 1980
 
 600.000
SS.
        1.850.000
=======
  Man versprach damals ein großes Archiv zu schaffen, ein neues Sitzungszimmer, aber keinen Sitzungssaal zu
bauen, da dieser nicht ständig genutzt werde und somit nur ein leer stehender Raum wäre.
Am 8.12. 1979 wurde ein Mehrbedarf von  480.000 DM festgestellt und genehmigt.
Am 28.2.80 fand nach dreimonatiger Bauzeit das Richtfest statt und es wurden für die Renovierung des
Altbaus zusätzliche Kosten festgestellt.
SS:  2.600.000 DM
Am 20.12.1980 wurden in den LN von einer weiteren Kostensteigerung um 400.000 DM berichtet. Herr
Sacher monierte, dass der Anbau gegenüber der ursprünglichen Planung somit um über 100% teurere
geworden ist:
    3. Millionen DM
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Die Endabrechnung kenne ich nicht. Aber es hatte sich herausgestellt, dass eine Doppelgarage und ein
Raum für die Geräte für die Reinigung der Straßen und des Unterhalts der öffentlichen Anlagen
vergessen worden war, wie auch die Neumöblierung der Amtsstuben.
// Gleichzeitig hat die Kirchengemeinde ein Gemeindezentrum in der Ahrensböker Str. 5 gebaut. Veranschlagte
Kosten: 2,1 Mill. DM. Abgerechnet: 1,75 Mill. DM //
Schon bald erwies sich das Rathaus schon zu klein, trotz Fax und Einzug von Computern. Die
Kämmerei musste 1998  in Räume der Kreissparkasse ausgelagert werden. ( 236 qm bei einer jährlichen Miete
von 30.075,84 € )
Die Polizei hat ihre Räume im Grenzweg.( 260 qm  für eine Miete von jährlich 32.760, 00 €.  Plus zwei
Garagen: jhrl.: 1.800 € ).
Im Jahre 2010 kam die Gemeindevertretung zur Erkenntnis:
1.
Verwaltung und Polizei sollten bürgerfreundlich unter einem Dach vereint werden.
2.
Bei der Sanierung des Herrenhauses und seiner Umwidmung zu einem Restaurant und Café, wurde mit
öffentlichen Mitteln im ersten Stock ein Bürgersaal für die Gemeindevertretung geschaffen. Dem
ermangelt es aber an einem Behindertengerechten Zugang.
3.
 Im Jahre 1987  hat die Kommune in weiser Voraussicht das Grundstück Holst, Ahrensböker Str. 9  für
250.000  DM erworben. Wohnfläche: Zwei Etagen mit je 90 qm. Plus Garage und Anbau.
Dieses Gebäude wurde im unteren Stockwerk von der Gleichstellungsbeauftragten  und im oberen
Stockwerk als Archiv genutzt.
Nun soll unser Rathaus erweitert werden, um eine effektive und bürgerfreundliche Arbeit der Verwaltung zu
ermöglichen.
 
  Der hat Gemeinderat also  beschlossen, das Rathaus nochmals zu erweitern. Bei dieser Gelegenheit soll auch
die Polizeistation in diesen Erweiterungsbau integriert werden. Das macht Sinn.
Doch es gibt einen kleinen Unterschied: es macht einen kleinen Unterschied, ob der für die Verwaltungsarbeit
notwendige Anbau auch die Gelegenheit zur Repräsentation für Stockelsdorf dienen muss.
Fragwürdig ist  nicht nur in meinen Augen, ob auch ein Bürgersaal für den Gemeinderat nötig ist. Haben wir
doch gerade  im Herrenhaus  für  200.000.- € im Obergeschoß einen solchen Raum geschaffen. Das wertete
das Herrenhaus auf, und trug auch dazu bei, die Sanierungskosten dieses historischen Gebäudes mit zu tragen.
Dieser Sitzungssaal wird  zu diesem Zweck ca. 10-mal im Jahr  gebraucht. Für die dort angesiedelte
Gastronomie ein Gewinn. Eine Alternative  dazu bietet auch der Lübecker Hof, wenn mal eine größere
Veranstaltung der Kommune  angezeigt ist, wie z.B dem jährlichen Neujahrsempfang oder wenn es darum geht
mehreren Behinderten einen einfachen Zugang zu ermöglichen.
Wäre der Bürgersaal  im Herrenhaus nicht geschaffen worden, hätte es sich angeboten. Im oberen Bereich
eventuell Hotelzimmer zu schaffen, was schon damals vorgeschlagen wurde.
Es stellen sich nun folgende Fragen:
1.
Reicht das Raumprogramm auch für die Zukunft?
Die neu geplanten Räume sollen die Kämmerei aufnehmen. Die bekommt faktisch im Obergeschoss ca. 240
qm. Das entspricht den angemieteten Räumen in der Sparkasse Holstein.
Die Polizei bekommt wunschgemäß  mehr Räumlichkeiten: im Untergeschoss 55,5 qm, im Erdgeschoss 240
qm.
Für das Archiv und Lagerräume des Rathauses bleiben ca. 180 qm. Das entspricht den Räumen in dem Altbau
des Hauses in der Ahrensböker Str. 9 !
Dass die Hausmeisterwohnung im Rathaus zu Gunsten eventueller Verwaltungsräume umgewidmet werden
soll, widerspricht der Vorstellung von 1979, wo diese Wohnung als Hausmeisterwohnung extra zur Sicherheit
des Rathauses vorgehalten werden sollte.
 
2.
Nun frage ich: Enthalten die im Mai veranschlagten Baukosten von 2,6 Mill € folgende Einzelposten
a)
Errichtung des Verwaltungsanbaus:
…………..
b) Die Errichtung des Bürgersaals?  -
…. ………
c) Die Ausgestaltung und Einrichtung des Bürgersaales: 
…. ………
d)  Ist eine moderne PC – Anlage für die Gemeindevertreter vorgesehen? Es sollte jeder für seinen
Laptop einen Stromanschluss haben und einen Internetzugang, sodass er die  Sitzungsunterlagen auf seinem
PC öffnen kann, incl. einer interaktiven Plattform für die Darstellung der Pläne. Die mit  einem Beamer oft
orgenommene Projektion von Bildern und Plänen ist zurzeit sehr umständlich, sollte aber publikumsfreundlich
installiert werden. Kosten:
…………..
Sollte es ein Bürgersaal echt wünschenswert/notwendig sei, stellen sich zwei  Fragen:  
1.
Könnte diese PC-Anlage nicht über die ortsansässigen Firmen und uns Bürger finanziert
werden, wie es früher die Bürgerschaft zu ihrer Ehre, der Stadt zur Würde getan hat?
2.
Wenn in 30 Jahren das Rathaus wieder zu klein ist, wo kann da dann noch angebaut werden. Da
müsste spätestens dann der Bürgersaal wieder „ersetzt“ werden!
e). Mit welchen Kosten wird für die Außenanlage
     um den Anbau gerechnet?
……………..
Zu den noch zu erbringenden kostenträchtigen Leistungen
gehört auch noch
f) Der Abriss dieses Gebäudes Ahrensböker Str. 9
…………….
g) Der Abriss des Gebäudes Ahrensböker Str. 17
…………….
Da für das erweiterte Rathaus auch Parkplätze für die Mitarbeiter vorzuhalten sind,
hat die Kommune vorausschauend das Grundstück Ahrens-
böker Sr 17 (Adolf Meier ) erworben.                    
     
h) Die Erstellung dieses Parkplatzes:
……………..
Summa Summarum der noch aufzubringenden Kosten?
……………..
==========
Zu diesen Kosten müssten ehrlicher Weise auch die Kosten für den Erwerb des Grundstücks Ahrensböker Str.
9 kommen:
ca. 125.000.- €
Erwerb des Grundstückes Ahrensböker Str 17
               310.000.- €
Beide Gebäude stellen zurzeit ja auch noch einen Verkehrswert da, den man durch Verkauf an andere
Interessenten erlösen könnte!
Damit würde der Verwaltungsanbau mit  ?????????.- € aus Steuermitteln finanziert werden.
Wer genauere Zahlen oder weitere Fragen hat, mag sich an die Verwaltung wenden oder mir schreiben.
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(H-E.S.25.8.2011.)
Warum gab es keinen Architektenwettbewerb?
Wie ökologisch wird dieser Anbau?
Warum werden die Pläne und Kalkulationen nicht auf der Web- Seite veröffentlicht? Es würde der Transparenz
und Bürgernähe dienen!
(H-E.S. 18.4.2012)