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Politik.
Mein Vater machte  das Radio an, wenn er wusste, dass es  Nachrichten geben
könnten. Außer, es war Besuch da. Wenn er er es zu den Essenszeiten versuchte,
unterband es meine Mutter: “Beim Essen hast Du die Gelegenheit, Deine Kinder  zu
erleben. Und wenn sie Fragen oder Probleme haben, kannst Du auf sie eingehen.”
So nahmen wir Kinder nebenbei an Alltagsereignissen des Weltgeschehens und der
Politik teil. Und abends gab es oft entsprechende Diskussionen, je älter wir wurden.
Das prägte, das bildete! 
Dabei ging es immer um Sachthemen, manchmal auch um Personen und weniger um
die Parteien.
Als Pastor im Ruhestand, der ich in Stockelsdorf  vor Ort bleiben wollte, weil ich hier
meine Heimat gefunden habe, nahm ich  jede Gelegenheit wahr, an politischen
Versammlungen teil zu nehmen. Ich wollte informiert bleiben, was hier in Stockelsdorf
so läuft.  Schließlich fand  ich am Stammtisch der FDP, was ich suchte: Offene
sachliche Gespräche. Fragen und Diskussionen führten uns zusammen. Als Herr
Hansen mich zu dritten Male fragte, ob ich nicht bei der Kommunalwahl in einem
Bezirk kandidieren wolle, auch ohne in der Partei sein zu müssen, sagte ich ja. Mit
Nachbarschaftsbriefen versuchte ich, mich in meinem Bezirk bekannt zu machen.
Nach den Wahlen trat ich in die FDP ein.
Die Nachbarschaftsbriefe, mit denen ich in losen Abständen den Kontakt zu meinem
Wahlbezirk halten will, erstelle ich auf eigene Kosten und trage sie selbst aus.
Überzählige Exemplare verteile ich auch in anderen Bezirken. Das ist Jogging,
geistiges und körperliches.
  (H-E.S 20.12.2010)